Frühjahrssemester 18

V-Nr. 3122

Regulierung der digitalen Wirtschaft: Wettbewerbs- und Immaterialgüterrechtliche Aspekte

info

Die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft stellt die praktisch wichtigste Herausforderung für Gesetzgeber, Wettbewerbsbehörden und Gerichte dar, um Innovation, Effizienz und die Wahlfreiheit von Verbrauchern zu sichern. In digitalen Märkten bedarf die Sicherstellung von Privatautonomie und wirtschaftlicher Freiheit nicht nur einer wirksamen Informations- und Datenordnung, sondern auch des wirksamen Wettbewerbsschutzes. Um diese Zusammenhänge sichtbar zu machen vermittelt der Kurs die notwendigen rechtlichen, ökonomischen und verhaltenspsychologischen Grundkenntnisse mit Bezug auf Schnittstellenbereiche des Wettbewerbs- und des Immaterialgüterrechts, die für die Gewährleistung gleichmässiger Wettbewerbsbedingungen im digitalen Umfeld zentrale Bedeutung erlangen. Die entsprechenden Rechtsregeln sind oft nur in den Grundzügen normiert, sodass die Behandlung des Stoffes anhand von ausgewählten Fragenkomplexen erfolgt. Ziel wird es sein, diese Fragenkomplexe im Hinblick auf einschlägige wettbewerbs- und immaterialgüterrechtliche Normen zu untersuchen.

 

Die in diesem Kurs besprochenen Problemlagen werden exemplarisch anhand konkreter Fälle aus der schweizerischen, europäischen und U.S.-amerikanischen Rechtspraxis vertieft. Die rechtsvergleichende Auseinandersetzung mit den behandelten Materialien bietet die Möglichkeit, zentrale Dimensionen des Kartell- und des Immaterialgüterrechts neu zu erkunden und das Potenzial für eine Neujustierung des Wettbewerbsrechts und dessen Durchsetzung in einer digitalisierten Wirtschaft auszuforschen.

Unterlagen

Das Kursprogramm mit Themenliste und Fällen ist auf OLAT verfügbar.

Organisatorische Informationen

Die für die Vorlesung zu studierenden Unterlagen werden jeweils ca. eine Woche vor Unterrichtsbeginn auf der Intranetseite des Lehrstuhls (OLAT-Plattform) publiziert. Die Leistungsbewertung erfolgt 1) zu 75% aufgrund einer schriftlichen Hausarbeit zu einem im Kursprogramm aufgelisteten Fall (3000 Wörter ohne wiss. Apparat), die sich kritisch mit der einschlägigen Literatur befasst und weiterführende Überlegungen im Hinblick auf a) ähnlich gelagerte Fälle aus dem schweizerischen, europäischen oder U.S.-amerikanischen Recht macht und b) – insbesondere – den theoretischen Bezug zum Gesamtkontext des im Unterricht behandelten Themas herstellt und 2) zu 25% aufgrund der mündlichen Beteiligung während des Kurses, hauptsächlich im Rahmen der Besprechung des jeweils schriftlich bearbeiteten Einzelthemas.

 

Die Studierenden teilen dem Lehrstuhl nach der ersten Stunde ihr Interesse an zwei Fällen aus dem Kursprogramm mit (das Kursprogramm kann auf dieser Seite heruntergeladen werden). Anmeldeschluss via E-mail mit a) Name, Vorname und Matrikelnummer sowie b) zwei Themenpräferenzen an lst.kuenzler@rwi.uzh.ch ist der Sonntag, 25. Februar 2018, 23:59 Uhr – die endgültige Zuweisung der Themen erfolgt anschliessend durch den Lehrstuhl. Der Abgabetermin für die schriftlichen Arbeiten ist der Freitag, 1. Juni 2018, 23:59 Uhr. Es können keine Kreditpunkte für zu spät eingereichte Arbeiten oder für Nachbearbeitungen ungenügender Arbeiten vergeben werden.

 

Für das Erlangen einer guten Bewertung bei der Abfassung der Hausarbeit gelten die allgemeinen Regeln: Prozessgeschichte und Sachverhalt sollen auf das Wesentliche zusammengefasst werden, sodass die Entscheidungsgründe klar nachvollzogen werden können. Der inhaltliche Schwerpunkt der Hausarbeit liegt auf dem Hauptthema der jeweiligen Veranstaltung. Unabdingbar ist deshalb die kritische Inbezugsetzung des bearbeiteten Falles mit der einschlägigen Literatur sowie dessen weiterführende theoretische und praktische Reflexion. Eine sehr gute Arbeit stellt entsprechende Verknüpfungen her – und beleuchtet nach Möglichkeit Aspekte, die bis anhin in der Standardliteratur nicht oder nur am Rande in Erscheinung getreten sind. Mit Bezug auf die Formalien gelten die allgemeinen Zitierregeln. Ein separates Deckblatt, ein vollständiges Literaturverzeichnis sowie eine persönlich unterzeichnete Eigenständigkeitserklärung sind der Hausarbeit beizufügen.

 

Der Vorlesungsstoff basiert nicht auf einem spezifischen Lehrbuch; einschlägige Erlasse sind die europäischen (und schweizerischen) Wettbewerbsregeln. Weiterführende Hinweise werden in der jeweiligen Vorlesung bekanntgegeben. Die Lektüre der zur Verfügung gestellten Fallmaterialien wird für die entsprechende Lektion vorausgesetzt.

Dozent

Prof. Dr. Adrian Künzler

Unterrichtssprache

Deutsch

Termine

Beginn / Ende: 20.02.2018 - 29.05.2018

Termin: Di. 10:15-12:00

Raum: KOL-F-117 Vorlesungsverzeichnis UZH