Herbstsemester 2016

Terror und Verfassungsstaat – Terror and Constitutionalism

Die Idee eines Verfassungsstaates besteht im Kern darin, ursprünglich hoheitliche Gewalt in rechtlichen Formen zu konstituieren, zu strukturieren und zu begrenzen. Durch verschiedene Formen des Terrorismus wird diese Idee begrenzter Herrschaft vor wesentliche Herausforderungen gestellt, vielleicht sogar im Kern bedroht. Seit einigen Jahren wird in unterschiedlicher Form in Verfassungsstaaten auf die Herausforderung des Terrorismus reagiert. Dabei ist die Tendenz zu beobachten, staatliches Handeln in zumindest einigen Bereichen zum Teil sehr weitgehend zu entgrenzen und von gerade auch grundrechtlichen Bindungen zu befreien. Die Idee des Konstitutionalismus, einer gerade durch begrenzte Herrschaftsgewalt ausgezeichneten Ordnung, wird so durch die Realität der rechtlichen Reaktionen auf den Terrorismus bedroht, indem Grenzen der Ausübung von Hoheitsgewalt fallen.

Das Seminar versucht, sich dieser fundamentalen Herausforderung in theoretischer, historischer und rechtsvergleichender Perspektive zu nähern und Möglichkeiten zu finden, wie man Terrorismus bekämpfen kann, ohne die Idee des Verfassungsstaates zu schwächen.

Das Seminar wird zusammen mit Prof. Dr. Christopher McCrudden unterrichtet. Prof. Dr. McCrudden ist Professor of Human Rights and Equality Law an der Queens University Belfast (Link) und William W. Cook Global Law Professor an der University of Michigan Law School (Link).

Seminarbeschreibung (PDF, 135 KB)

Eine Vorbesprechung wird am Dienstag, 5. April, um 17 Uhr im Hörsaal RAI-H-041 durchgeführt.