Herbstsemester 2017

Gleichheit und Ungleichheit im Recht

Gleichheit vor dem Gesetz ist ein Grundprinzip jedes Rechtsstaates. Durch verfassungsrechtliche Gleichheitsgarantien und Diskriminierungsverbote wurde der Schutz der Gleichheit im Verfassungsstaat verdichtet und erfasst auch die Rechtssetzung. Spezialgesetze schaffen weitere Dimensionen des Gleichheitsschutzes. Aber auch geschützte und gerechtfertigte Ungleichheit gehört zum Rechtsstaat. Der Gleichheits- und Ungleichheitsschutz erfasst alle Rechtsgebiete – von den politischen Rechten bis zum (internationalen) Wirtschaftsrecht. Gleichheit und Ungleichheit sind dabei höchst umstrittene Begriffe – ethisch, politisch und rechtlich.
Das Seminar wird versuchen, das rechtliche Problemfeld der Gleichheit und Ungleichheit im Recht auszuloten. Dabei werden verfassungsrechtliche Fragen ebenso behandelt werden wie solche des Europa- und Völkerrechts. Historische und rechtsphilosophische Erwägungen sollen helfen, die konkreten rechtlichen Analysen zu vertiefen.

Das Seminar wird zusammen mit Prof. Dr. Christopher McCrudden unterrichtet. Prof. Dr. McCrudden ist Professor of Human Rights and Equality Law an der Queens University Belfast (Link) und William W. Cook Global Law Professor an der University of Michigan Law School (Link).

Seminarankündigung (PDF, 88 KB)

Die Seminarsprachen sind deutsch und englisch. Eine Vorbesprechung wird am 23. März 2017 um 17.00 Uhr im Hörsaal RAI-F-041 durchgeführt. Bei Interesse melden Sie sich bitte per Mail bei Herrn Matthias Hächler (matthias.haechler@rwi.uzh.ch) mit einem kurzen Motivationsschreiben und nennen Sie drei thematische Präferenzen.

Rechtspluralismus in Europa

Die juristischen Theorien zur Erfassung der europäischen Rechtsordnung sind gegenwärtig durch die Auseinandersetzung mit dem Rechtspluralismus geprägt. Im Zentrum dieser Auseinandersetzung steht die Frage, welche normativen Folgerungen aus dem Umstand zu ziehen sind, dass in Europa unterschiedliche Normenordnungen des staatlichen Rechts, des Rechts der Europäischen Union und des Völkerrechts nebeneinander bestehen. Was aber heisst „Rechtspluralismus“, welches sind seine Grundlagen und worauf zielt dieser Ansatz? Welche praktischen Folgen hat die rechtspluralistische Perspektive für das europäische Mehrebenensystem? Von höchster Relevanz sind insbesondere die Fragen, in welchem Verhältnis die unterschiedlichen Normenordnungen des staatlichen Rechts, des Rechts der Europäischen Union und des Völkerrechts stehen, und wie Konflikte zwischen ihnen gelöst werden können. Das Seminar geht diesen Fragen nach und verbindet dabei die theoretische Analyse mit Aspekten der juristischen Umsetzung dieses höchst umstrittenen Konzepts.

Das Seminar wird von Prof. Dr. iur. Matthias Mahlmann und Dr. iur. Anne Kühler, LL.M. geleitet.

Seminarbeschreibung (PDF, 123 KB)

Die Vorbereitungssitzung findet am Donnerstag, 27. April 2017 um 16.15 Uhr im Raum RAI-J-031 statt.

Wenn Sie interessiert sind, am Seminar teilzunehmen, kontaktieren Sie bitte anne.kuehler@rwi.uzh.ch. Bitte geben Sie drei Themen an, die Sie interessieren und fügen Sie einige Bemerkungen zu Ihrer Motivation an, das Seminar zu besuchen. Die Teilnehmerzahl ist beschränkt.