10.2.5 Entscheide
Kindesunterhalt
- AppH BE, Entscheid vom 24.11.2004 = FamPra.ch 2006, 201 ff.
Abänderung des Unterhaltsbeitrages (Art. 286 Abs. 2, 278 Abs. 2): Herabsetzung bei Gründung einer neuen Familie (illustratives Beispiel). - KassGer ZH, Entscheid vom 31.05.2006 = FamPra.ch 2006, 984 ff.
Berechnung (Art. 276, 285): Relative Gleichbehandlung der Geschwister nach Massgabe ihrer individuellen Bedürfnisse (ohne Erwägungen). - KGer SG, Entscheid vom 29.06.2005 = FamPra.ch 2006, 209 ff.
Abänderung des Beitrags an Lebenskosten im Ausland: Internationaler Kaufkraftvergleich nach UBS-Tabellen als möglicher Ansatzpunkt (210 f.). - OGer LU, Entscheid vom 18.07.2002 (22 02 31) = FamPra.ch 2003, 220 ff.
Abänderung des Unterhaltsbeitrages (Art. 285 Abs. 1, 286 Abs. 2): Bei namhafter Einkommenseinbusse? (E. 3.4 f.) - Trib.App. TI, 13.02.2002 = FamPra.ch 2003, 482 ff.
Unterhaltsbeitrag (Art. 285 Abs. 1): Hypothetische Leistungsfähigkeit eines drogenabhängigen Elternteils ohne Berufsausbildung? - BGE 5C.218/2005, Urteil vom 27.10.2005 = FamPra.ch 2006, 161 ff.
Unterhaltsbeitrag (Art. 278 Abs. 2, 285 Abs.1): Gleichbehandlungsanspruch aller leiblicher Kinder (E. 3). - BGE 5C.261/2006, Urteil vom 13.03.2007
Leistungsfähigkeit (Art. 285 Abs. 1): Gratifikationen, Boni und Spesen gehören zum realen Nettoeinkommen und sind bei der Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen, soweit ihnen keine tatsächlichen Auslagen gegenüberstehen (E. 2). - BGE 108 II 83 ff. = Pra 1982, Nr. 126
Abänderung der Unterhaltsbeiträge (Art. 286 Abs. 2): Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse des sorgeberechtigten Elternteils ist in der Regel kein Grund zur Reduktion. - BGE 114 II 26 ff.
Unterhaltsbeiträge (Art. 276 Abs. 2, 285 Abs. 1): Ideelle Gleichwertigkeit von Natural- und Geldleistung an den Unterhalt (E. 5). - BGE 116 II 110 ff.
Unterhaltsbeiträge (Art. 276 Abs. 2, 285 Abs. 1): Einfachere Lebensstellung für das Kind aus erzieherischen Gründen vorsehbar? (E. 3b). - BGE 126 III 8 ff. = FamPra.ch 2000, 129 ff.
Unterhaltsbeiträge (Art. 285 Abs. 1): Aufteilung des Freibetrages auf alle Familienmitglieder, nicht hälftig auf zwei Haushalte. - BGE 126 III 353 ff. = FamPra.ch 2001, 141 ff.
Unterhaltbeiträge an aussereheliche Kinder bei knappen finanziellen Verhältnissen: Schutz des Existenzminimums des Rentenschuldners und Gleichbehandlung der Kinder (E. 2). - BGE 127 III 68 ff. = FamPra.ch 2001, 536 ff.
Subsidiäre Beistandspflicht (Art. 159 Abs. 3, 278 Abs. 2): Pflicht des Ehegatten, den anderen beim Unterhalt gegenüber einem ausserehelichen Kind zu unterstützen (E. 3). - BGE 128 III 161 ff. = FamPra.ch 2002, 856 ff. = SJZ 2002, 235
Unterhaltsbeiträge (Art. 285 Abs. 1): Berücksichtigung von Zuwendungen Dritter bei der Bemessung von Kindesunterhaltsbeiträgen (E. 2c)? - BGE 129 III 646 ff.
Unterhaltspflicht (Art. 276 Abs. 1): Klage des Registervaters gegen den Erzeuger für geleisteten Kindesunterhalt aus Art. 62 ff. OR (Ersparnisbereicherung) (insb. E. 5.2).
Ausbildungsunterhalt (Mündigen-)
- Cour d’Appel, FR, 18.07.2006 = FamPra.ch 2007, 187 ff.
Angemessene Ausbildung (Art. 277 Abs. 2, 302 Abs. 2): Abschluss einer Berufsmatur i.c. als angemessene Erstausbildung angesehen (E. 2c) (anders noch BGE 5C.249/2006). - KGer GR, Entscheid vom 21.11.2005 = FamPra.ch 2006, 781 ff.
Eigenverantwortung (Art. 277 Abs. 2, 285 Abs. 1): Zumutbarkeit des Anzehrens von Kindesvermögen für die Ausbildung (E. 3c.aa), 3d). - KGer SG, Entscheid vom 18.02.2005 = FamPra.ch 2005, 982 ff.
Bemessung: Auch sehr begüterte Eltern müssen nicht alle subjektiven Komfortbedürfnisse erfüllen. - KGer SG, Entscheid vom 16.08.2005 = FamPra.ch 2006, 212 ff.
Persönliche Zumutbarkeit (Art. 277 Abs. 2), Dauer: Ausbildungsunterhalt kann auf Regelstudienzeit beschränkt und von Prüfungserfolg abhängig gemacht werden. - BGE 5C.150/2005, Urteil vom 11.10.2005 = FamPra.ch 2006, 480 ff.
Eigenverantwortung (Art. 276 Abs. 3, 277 Abs. 2, 285 Abs. 1): Nebenerwerbstätigkeit im Umfang von 20% für eine künftige Phil. I - Studentin zumutbar (E. 4.4). - BGE 5C.237/2005, Urteil vom 09.11.2005 = FamPra.ch 2006, 482 ff.
Persönliche Zumutbarkeit (Art. 277 Abs. 2): Trotz fehlender Beziehung die der Pflichtige stets ablehnte? (E. 4.3.2). - BGE 5C.231/2005, Urteil vom 27.01.2006 = FamPra.ch 2006, 488 ff.
Persönliche Zumutbarkeit (Art. 277 Abs. 2): Trotz fehlendem Kontakt, wenn eine mehrjährige Kampfscheidung den Abbruch des persönlichen Kontakts bewirkt hat? (E. 2, 3.2). - BGE 5C.249/2006, Urteil vom 08.12.2006 = FamPra.ch 2007, 440 ff.
Angemessene Ausbildung (Art. 277 Abs. 2, 302 Abs. 2): Berufsmatura i.c. eine die Grundausbildung erweiternde und vertiefende Ausbildung und keine Zweitausbildung (E. 3). - BGE 114 II 205 ff. = Pra 1989, Nr. 60
Persönliche Zumutbarkeit (Art. 277 Abs. 2), Dauer: Pflicht zum Nachweis von Erfolgen im Studium, um die Möglichkeit des ordentlichen Abschlusses der Ausbildung darzutun (E. 3). - BGE 115 II 123 ff.
Persönliche Zumutbarkeit (Art. 277 Abs. 2): Ausbildungsplan muss zumindest in seinen Grundzügen bereits vor Mündigkeit angelegt sein
(E. 4.b). - BGE 117 II 127 ff.
Angemessene Ausbildung (Art. 277 Abs. 2, 302 Abs. 2): Die Maturität ist kein Ausbildungsabschluss (E. 3b). - BGE 117 II 372 ff. = Pra 1992, Nr. 107
Angemessene Ausbildung (Art. 277 Abs. 2, 302 Abs. 2): Lizentiat oder gleichwertiges Masterdiplom als Berufsausbildungsabschluss? - BGE 118 II 97 ff., E. 4.b)
BGE 5C.238/2003, Urteil vom 27.01.2004 E. 2.2.3.
BGE 5C.53/2005, Urteil vom 31.05.2007 E. 5.2.
Wirtschaftliche Zumutbarkeit (Art. 277 Abs. 2): Wirtschaftlich zumutbar, wenn dem Unterhaltspflichtigen nach Abzug der Unterhaltsbeiträge noch ein Einkommen verbleibt, das um ca. 20% den erweiterten Notbedarf übersteigt. - BGE 127 I 202 ff.
Umfang: Auch Prozesskosten von Mündigenunterhalt erfasst (E. 3.e). - BGE 127 III 289 ff.
Wirtschaftliche Zumutbarkeit (Art. 277 Abs. 2): Berücksichtigung von Drittschulden im Notbedarf des Unterhaltspflichtigen? (E. 2.a)bb). - BGE 129 III 55 ff. = FamPra.ch 2003, 421 ff.
Mündigkeit (Art. 277): Auswirkung der Mündigkeit im Laufe des Scheidungsprozesses auf die Geltendmachung von Unterhaltsbeiträgen
(E. 3). - BGE 129 III 375 ff. = FamPra.ch 2003, 723 ff.
Persönliche Zumutbarkeit (Art. 277 Abs. 2): Trotz fehlendem Kontakt, da das erwachsene Kind diesen stets verweigert hat? (E. 4.2). - BGE 132 III 209 ff. = FamPra.ch 2006, 435 f.
Ehegattenunterhalt in der Regel gegenüber dem Mündigenunterhalt vorrangig (E. 2.3). - BGE 133 III 57 ff.; vgl. Bemerkungen von Fankhauser, AJP 2007, 1173 ff.
Wirtschaftliche Zumutbarkeit (Art. 277 Abs. 2): Existenzminimum des Zahlungspflichtigen geschützt (E. 3 f.).
Strafrechtliche Folgen
BGE 6S.139/2006, Urteil vom 03.07.2006
Vernachlässigung von Unterhaltspflichten (Art. 217 StGB): Unbedingte Freiheitsstrafe von einem Jahr.
