Laufende Habilitationen und Dissertationen
Habilitationsprojekt: Kommerzialisierung des menschlichen Körpers Die kommerzielle Nutzung menschlicher Körperteile und -substanzen ist in vielerlei Hinsicht zu einem Teil des gesellschaftlichen Alltags geworden. Heute gibt es kaum eine Substanz des menschlichen Körpers, die nicht in Wissenschaft, Medizin, Kosmetik- oder Pharmaindustrie Verwendung finden könnte. Nicht selten spielen dabei monetäre Gründe die entscheidende Rolle. Dessen ungeachtet begegnen der Kommerzialisierung des menschlichen Körpers zahlreiche rechtliche und ethische Schranken. So legiferieren beispielsweise einerseits die Biomedizinkonvention des Europarates sowie die europäische Grundrechte-Charta ein explizites Kommerzialisierungsverbot des menschlichen Körpers und seiner Teile, während andererseits viele Körpersubstanzen einer der Wertschöpfung zugänglichen Vermarktung ausgesetzt sind und somit das Kommerzialisierungsverbot faktisch aushöhlen. Das Forschungsprojekt untersucht Grundlagen, Argumentationen, Wirkungsbereiche und Grenzen der vielfältig vorhandenen Kommerzialisierungsverbote unter Einbezug rechtsvergleichender Sichtweisen sowie medizinethischer und philosophischer Bezüge und lotet legitime Möglichkeiten einer Kommerzialisierung des menschlichen Körpers aus. |
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Yassin Abu-led Dissertation im islamischen Recht Das Projekt untersucht die beiden islamischen Gesellschaftsformen Scharekat El Molk (Eigentumsgesellschaft) und Scharekat Al Aaked (Vertragsgesellschaft) aus der Sicht der islamischen Banken. Die Vertragsgesellschaft äussert sich dabei in fünf zu untersuchende Arten: Scharekat Al Inan (Kapitalgesellschaft oder Arbeitergesellschaft), Scharekat Al Abdan (Werks-, Arbeits- oder Auftragsgesellschaft), Scharekat Al Ujuh (Gesellschaft mit aufgeschobener Zahlungskraft), Scharekat Al Mudarabah (Kapital- und Arbeitsgesellschaft), Scharekat Al Mufauada (Gesellschaft der Gleichberechtigten). Insbesondere die Scharekat Al Mudarabah soll eingehend behandelt werden, da sie in der Praxis von grosser Bedeutung ist. Diesbezüglich wird auch die Rechtsfortbildung in Ägypten, Pakistan und Saudi Arabien berücksichtigt. |
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Sibilla Dickenmann Formproblematik von Vollmachten über den Tod Das Projekt beschäftigt sich mit der Formproblematik von Vollmachten über den Tod (T-Vollmachten). Es wird geprüft, ob die Qualifizierung als Geschäft unter Lebenden sachgerecht ist und das Abgrenzungskriterium der Geschäfte unter Lebenden / Verfügung von Todes wegen in allgemeiner Form durchleuchtet. Zudem wird der Umgang mit T-Vollmachten in der Praxis (insbesondere bei Banken) untersucht, die heutigen Probleme aufgezeigt und geprüft, was die Einhaltung der erbrechtlichen Formvorschriften verändern würde. |
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Margot Michel Eingriffe in die körperliche Integrität und Urteilsfähigkeit bei Unmündigen Die Arbeit befasst sich aus einem privatrechtlichen Blickwinkel mit dem Problem der Einwilligung in körperliche Eingriffe bei Unmündigen. Dabei wird die Rolle des gesetzlichen Vertreters und allfällige Schranken seiner Einwilligungskompetenz (auch und gerade beim urteilsunfähigen Kind) besonders untersucht. Das Konzept der absolut und relativ höchstpersönlichen Rechte wird in diesem Zusammenhang auf seine Praxistauglichkeit geprüft und allenfalls neue Lösungsansätze entwickelt. |
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Martina Rusch Rechtliche Elternschaft Eine vergleichende Studie Angesichts des familiären Strukturwandels und der medizinischen Fortschritte im Bereich der künstlichen Fortpflanzung wird das Recht vor neue Fragen gestellt. Die natürliche Einheit biologischer und sozialer Elternschaft wird zunehmend gespalten und dadurch die Elternschaftszuordnung erschwert. Die Arbeit befasst sich mit dem Spannungsverhältnis zwischen genetischer, biologischer und sozialer Elternschaft. Dabei werden die Zuordnungskriterien der Elternschaft untersucht und hinterfragt. Schwerpunkt der Auseinandersetzung bildet ein Rechtsvergleich, welcher in abstammungsrechtlicher Hinsicht die Rechtsentwicklung in den umliegenden Ländern aufzeigen soll. Ziel der Arbeit ist, ein erweitertes Elternschaftsmodell auf gesetzlicher Basis zu entwerfen, welches den gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung trägt. Bei der Erarbeitung von neuen Lösungsansätzen soll insbesondere der Aspekt der Kindesinteressen berücksichtigt werden. |
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Patrick Brozzo Die Eheschliessung im islamischen und jüdischen Recht - Ein Beitrag zur Einbeziehung kultureller Vielfalt in das Familienrecht Einerseits befasst sich das Dissertationsprojekt aus rechtshistorischer, rechtsvergleichender und aktueller Perspektive mit der Eheschliessung im islamischen und jüdischen Recht, deren Grundlagen und Formen. Andererseits wird untersucht, ob und inwiefern die islam- und jüdischrechtlich geprägten Eheschliessungsformen in die europäischen Familienrechtsgesetzgebungen und insbesondere in das schweizerische Familienrecht integriert werden können, zumal in Europa immer grösser werdende Gemeinschaften mit Migrationshintergrund leben und Untersuchungen zumindest darauf schliessen lassen, dass ein entsprechendes Bedürfnis besteht. Dabei werden die Regelungen in der Schweiz, Deutschland, England, Spanien und Israel untersucht und miteinander verglichen. Das Schweizer Recht misst öffentlichen Interessen in Bezug auf die Eheschliessung nach wie vor grosses Gewicht bei und betont den Vorrang der zivilen vor der religiösen Trauung. Es soll unter Berücksichtigung ausgewählter Problembereiche aufgezeigt werden, dass auch andere Wege gangbar sind, mithin die Diskussion um Integration auf einer sachlichen, die Bedürfnisse kultureller Minderheiten berücksichtigenden Ebene zu führen ist. |
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Daniel Heimann Mehr- und Minderwerte in der güterrechtlichen Auseinandersetzung Aufgrund der ehelichen Solidarität verpflichten sich viele Ehegatten, sei es durch Arbeits- oder Geldleistung, in einen Vermögenswert des Ehepartners zu investieren. Während solche Leistungen gegenüber einem Dritten regelmässig entgeltlich sind, ist dies unter Ehegatten meist nicht der Fall. Aus diesem Grund wurde das ausschliesslich eherechtliche Institut der Mehrwertbeteiligung bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung geschaffen, mit welchem sich die Arbeit auseinandersetzt. Dabei befasst sie sich insbesondere mit den Voraussetzungen der Mehrwertbeteiligung, der Berechnung des Mehrwertanteils sowie den Spezialfällen der Globalabrechnung und der Behandlung von Mehrwerten auf Liegenschaften, die mit einer Hypothek belastet sind. Ein weiterer Teil der Arbeit ist schliesslich dem Vergleich der schweizerischen Regelung mit derjenigen des deutschen BGB gewidmet. |
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Gabriella Weber Anspruch auf Betreuungsunterhalt Während einer Ehepartnerin oder einem Ehepartner nach der Scheidung nachehelicher Unterhalt zugesprochen werden kann, wenn wegen der Betreuung der Kinder die Möglichkeit der Erwerbstätigkeit eingeschränkt ist, hat der kinderbetreuende Elternteil bei Auflösung einer nichtehelichen Partnerschaft neben dem Kinderunterhalt keinen Anspruch auf nachpartnerschaftlichen Unterhalt. Es wird der Frage nachgegangen, ob und wie diese Ungleichbehandlung von ehelichen und unehelichen Kindern de lege lata und de lege ferenda behoben werden kann. |
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Farnaz Forouzan Child Custody and the Best Interest of the Child. A Comparison between Iranian and Swiss Law
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Shafiqul Hassan Codification of the Muslim Divorce Law of India by the Application of Principles of Islamic Jurisprudence (A study to reform Muslim Divorce Law of India to combat violence against women) On successful completion of this research, it may help making a positive change in the legislation of the Muslim Personal Law in the countries where the Muslim people are living. The research primarily concerns with the problems inherited by the existing Muslim Divorce Law of India, but it also relates to a number of sensitive socio-legal issues, common to each and every society of the present world. It will also become the guiding force for the researchers who intend to reform the Islamic Law. |
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Birgit Christensen Habilitationsprojekt: Der menschliche Körper im Spiegel des Rechts. Konstruktionen von Körper und Geschlecht durch Recht Die bio-medizinische Forschung der letzten 30 Jahre konfrontiert den menschlichen Körper mit neuen Ein- und Zugriffsmöglichkeiten. Während sich die geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung seit Mitte der 1980er Jahre intensiv mit dem Körper beschäftigt, gibt es aus rechtswissenschaftlicher Perspektive keine Untersuchung, die Anhaltspunkte dafür liefern könnte, wie über den menschlichen Körper zu denken und zu legiferieren sei. Das vorliegende Projekt setzt an diesem Punkt an und will im historischen Rückblick ein genuin rechtswissenschaftliches Verständnis des menschlichen Körpers erarbeiten sowie ein spezifisch rechtliches Problembewusstsein im Zusammenhang mit den neuen Körpertechnologien entwickeln. Leitend ist dabei die von den Geistes- und Sozialwissenschaften formulierte These, dass zwischen menschlichem Körper und Gesellschaft eine Wechselwirkung besteht. Für das Recht bedeutet dies: Das Verhältnis von menschlichem Körper und Recht ist durch Interaktion und Interdependenz geprägt. Einerseits spiegelt das Recht die gesellschaftlichen, je wandelbaren Vorstellungen und Konzepte des menschlichen Körpers. Andererseits wird durch das jeweilige Rechtsverständnis nicht nur der Mensch als gesellschaftliches Wesen in seinen Handlungs- und Denkweisen geformt, sondern auch die Vorstellung des menschlichen Körpers massgeblich geprägt: Gesetze und Normen definieren den Körper und verändern seine Wahrnehmung, indem sie ihn schützen, Eingriffe regeln und den normalen vom nicht normalen Körper scheiden. Zentral bis in die Neuzeit wird das Strafgesetz sein. Für das rechtliche Verständnis des menschlichen Körpers ebenfalls relevante Themenfelder sind privat-, teilweise auch verfassungsrechtlich geregelt: Geburt, Geschlecht, Sexualität, Krankheit bzw. Gesundheit, Freiheit, Tod. Ein weiterer Schwerpunkt besteht in der rechtlichen Hierarchisierung menschlicher Körper: Normen, die auf den ersten Blick für alle zu gelten scheinen, können versteckt ausschliessendenen Charakter haben. Geschlecht, Hautfarbe, soziale Stellung, Zugehörigkeit zu einer bestimmten Ethnie oder Minderheit, u.a. können Kriterien für eine Differenzierung menschlicher Körper bilden. |
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RAin lic.iur. Yvonne Meier Dissertation zum Thema Zwangsheirat Die Zwangsheirat stellt eine Menschenrechtsverletzung dar, welche bekämpft werden muss. Die Arbeit gibt einen Einblick in die aktuelle Problematik der Zwangsehe, definiert Begriffe, beschreibt den soziokulturellen Hintergrund und stellt das Ausmass anhand empirischer Analysen fest. Thema ist die Beleuchtung möglicher Massnahmen zur Bekämpfung der Zwangsehe. Dabei steht die bisherige Entwicklung in der Schweiz in zivilrechtlicher, internationalprivatrechtlicher, strafrechtlicher und ausländerrechtlicher Sicht im Vordergrund. Rechtsvergleichend werden die diesbezüglichen Entwicklungen in Deutschland und Österreich dargelegt und die massgebenden internationalen Abkommen herangezogen. |
