Rechtswissenschaftliches Institut – Lehrstuhl Schwarzenegger

Laufende Forschungsprojekte

Schülerbefragung zu Kriminalitätserfahrungen Jugendlicher in Österreich (ISRD-3)
Seniorenbefragung (Opferwerdungsbefragung) in Österreich
Kriminologische Regionalanalyse in den österreichischen Landeshauptstädten
Ergebnisevaluation „Modellversuch Risikoorientierter Sanktionenvollzug ROS“
Einstellungen zur Sterbehilfe und Suizidbeihilfe in der Bevölkerung sowie unter Mitgliedern der Justiz und der Medizin
Jugend und Gewalt: Machbarkeitsstudie zu einer nationalen Dunkelfeldbefragung
Cybercrime an information security in a European perspective - The emmergence of EU criminal law and the implementations for national legislation and the IT industry with particular focus on Switzerland

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Schülerbefragung zu Kriminalitätserfahrungen Jugendlicher in Österreich (ISRD-3)

Prof. Christian Schwarzenegger, Dr. Patrik Manzoni lic. phil. I Rahel Fischbacher

Das Projekt „Internationale Schülerbefragung: Kriminalitätserfahrungen Jugendlichen in Österreich“ beinhaltet eine Bestandsaufnahme der Erfahrungen Jugendlicher mit erlittener und selbst ausgeübter Kriminalität sowie anderem jugendtypischen Problemverhalten wie beispielsweise Alkoholkonsum oder Schulschwänzen. Anhand einer Reihe von Konzepten zur Lebenswelt von Jugendlichen in den Bereichen Familien, Schule und Freizeit können Untersuchungen zu Zusammenhängen zwischen Kriminalität und Erklärungsfaktoren vorgenommen werden. Dies erlaubt Hinweise auf mögliche Ursachen von Kriminalität, bzw. die Bestimmung jener Faktoren, die mit der Begehung von Kriminalität in Zusammenhang stehen (Risiko- und Schutzfaktoren). Ferner können auch jene Faktoren bestimmt werden, die zur Opferwerdung von Jugendlichen beitragen. Aufgrund dieser Erkenntnisse können mögliche Ansatzpunkte für Prävention und Intervention für Täter und Opfer aufgezeigt werden.

Mit einer schriftlichen und Online-Befragung in Schulen werden österreichweit mehr als 5000 Jugendliche der 7., 8. und 9. Schulstufe (ca. 12- bis 15-Jährige) in den Schulklassen befragt.

Das Projekt ist Teil der dritten internationalen „International Self-Reported Delinquency“ –Studie (ISRD-3), an der mehr als 30 Länder weltweit teilnehmen.

Keywords: Kriminalität, Jugendgewalt, Viktimisierung, Risiko- und Schutzfaktoren

In Zusammenarbeit mit: Kuratorium für Verkehrssicherheit KFV, Wien

Projektdauer: Sep 2011 – Dez 2012

Seniorenbefragung (Opferwerdungsbefragung) in Österreich

Prof. Christian Schwarzenegger, lic. phil. I David Studer

Ziel dieses Forschungsprojektes ist es, im Auftrag des Kuratoriums für Verkehrssicherheit, Wien, das Ausmass an Opferwerdung (Inzidenz und Prävalenz) unter der über 60-jährigen Wohnbevölkerung in Österreich mittels einer quantitativen Face-to-Face-Erhebung (n=2‘000) zu bestimmen. Inhaltlich geht es hierbei namentlich um klassische strafrechtliche Delikte wie Diebstahl, Körperverletzung oder Betrug (aufgeteilt in verschiedene Betrugsformen wie Trick- oder Warenbetrug), aber auch um den Schnittbereich zwischen Devianz und Delinquenz: So interessiert, in welchem Umfang Senioren und Seniorinnen aufgrund ihres Alters diskriminiert werden („Ageismus“) und welche Misshandlungen oder Vernachlässigungen („elder abuse“) diesen im Rahmen enger sozialer Kontakte (eigene Kinder, Ehepartner Pflegepersonen) widerfahren.

Das Projekt enthält darüber hinaus einen umfassenden Teil zur Erfassung von Kriminalitätsfurcht, welche unterschiedlich operationalisiert wurde. Als erklärende/unabhängige Variablen dienen objektive wie subjektive Gesundheitsvariablen, Vulnerabilität, das Bestehen und die Intensität sozialer Beziehungen (Sozialkapital), Freizeitverhalten, Medienvariablen, Persönlichkeits-Traits (Ängstlichkeit), soziodemographische und geographische Variablen, u.A.m.

Aufgrund der umfassenden Variablen, welche über den klassischen Forschungsbereich der Kriminologie hinausgehen, erlaubt das Projekt die Beantwortung einer Vielzahl von Fragestellungen im Bereich Viktimisierung und Kriminalitätsfurcht. Es zeigen sich jedoch auch Berührungspunkte zu anderen Wissenschaftsdisziplinen wie der Gerontologie (z.B. Mobilität im Alter, Wohlbefindensparadoxon) oder Publizistik (Medienkonsum im Alter, Medienwirkungsforschung).

Das Projekt trägt der wachsenden politischen und demographischen Bedeutung „älterer“ Menschen und derer Probleme in der Gesellschaft Rechnung und versucht, die derzeitige Forschungslücke in Österreich im Bereich der Gerontoviktimologie zu schliessen.

In Zusammenarbeit mit: Kuratorium für Verkehrssicherheit KFV, Wien

Keywords: Viktimologie, Senioren, Ageism, Altersdiskriminierung, Kriminalitätsfurcht, Verbrechensfurcht, Elder abuse

Projektdauer: Apr 2011 – Jul 2012

Kriminologische Regionalanalyse in den österreichischen Landeshauptstädten

Prof. Christian Schwarzenegger, PhD Margit Averdijk

Dieses Projekt setzt sich zum Ziel, eine umfassende kriminologische Regionalanalyse in den österreichischen Landeshauptstädten durchzuführen. Es handelt sich um eine Forschungszusammenarbeit mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit, Wien (KFV). Bei dieser Studie im urbanen Umfeld geht es einerseits um die Erfassung der subjektiven Einstellungen der Bevölkerung zu Kriminalitätsfurcht bzw. städtischen Angsträumen, der eigenen Opfererfahrungen der Bevölkerung, und deren Wahrnehmung der Polizei. Andererseits geht es um die systematische Erfassung und Auswertung der polizeilichen Kriminalstatistik und um die Einbeziehung von soziostrukturellen und situativen Merkmalen der Untersuchungsgebiete.

Die geografische Verortung der Ergebnisse ist ein zentraler Schwerpunkt der Analysen. Spezifischer wird die städtische Umgebung von Kriminalität betrachtet, und die Frage gestellt, durch welche Merkmalen städtische Angsträume geprägt werden. Dazu wurde ein spezieller Fragebogen entwickelt und eine telefonische Befragung in den Städten durchgeführt.

Keywords: Kriminalitätsfurcht, Viktimologie, Polizei, geografische Kriminologie

In Zusammenarbeit mit: Kuratorium für Verkehrssicherheit KFV, Wien

Projektdauer: April 2011-Dezember 2012

Ergebnisevaluation „Modellversuch Risikoorientierter Sanktionenvollzug ROS“

Prof. Christian Schwarzenegger, Dr. Patrik Manzoni, BSc Mirjam Baur

Das Kriminologische Institut der Universität Zürich führt im Rahmen des „Modellversuchs Risikoorientierter Sanktionenvollzug“ (nachfolgend mit ROS abgekürzt) eine Ergebnisevaluation durch. ROS hat das Ziel, Schnittstellenprobleme zu reduzieren, indem es einen übergreifenden Arbeitsprozess definiert, welcher sich an der Reintegration und Rückfallprävention orientiert. Dieser Arbeitsprozess ist mehrstufig. Zu Beginn des Prozesses steht eine Triagierung der straffälligen Personen, welche über den weiteren Interventionsbedarf entscheidet. Diese Triagierung geschieht mittels eines neu entwickelten Tools (FaST – Fall Screening Tool). Neu konzipiert im Gesamtprozess sind ebenfalls Bedarfs- und Risikoassessment, Interventionsplanung und Vollzugsdurchführung.

In einem ersten Schritt wurde das FaST auf seine Interraterreliabilität geprüft. Mit einer zufriedenstellenden Interraterreliabilität ist die Voraussetzung für die Hauptstudie gegeben. Um die Güte von FaST zu bestimmen, wird anhand zurückliegender Fälle die konvergente Validität von FaST mit einem bereits etablierten Prognoseinstrument (VRAG, Violence Risk Appraisal Guide) bestimmt. Prognostiziert wird, dass straffällige Personen mit einem erhöhten Rückfallrisiko (VRAG) gemäss FaST einen stärkeren Bedarf für weitere Interventionen aufweisen. Ebenfalls erhoben wird die Rückfälligkeit nach drei, fünf und sieben Jahren, um eine Basisrate der Rückfälligkeit zu erheben.

Angedacht ist ebenfalls eine prospektive Studie, im Rahmen welcher eine Stichprobe aktueller Fälle gezogen wird, die ROS bereits durchlaufen. Bei diesen Personen wird ebenfalls die Rückfälligkeit nach drei, fünf und sieben Jahren erhoben, um allfällige Veränderungen in der Rückfälligkeit festzustellen. Weiter werden Daten zur Qualität der Umsetzung hinsichtlich der Teilprozesse (Bedarfs- und Risikoassessment, Interventionsplanung und Vollzugsdurchführung) erhoben. Zusammen mit einer allfälligen Veränderung der Rückfälligkeit fungieren sie als Hinweise zur Wirksamkeit von ROS.

Keywords: Kriminalität, Rückfall, Strafvollzug, Risikoorientierung

In Zusammenarbeit mit: Justizvollzug Kanton Zürich

Projektdauer: Mai 2010 – Dez 2014

Einstellungen zur Sterbehilfe und Suizidbeihilfe in der Bevölkerung sowie unter Mitgliedern der Justiz und der Medizin

Prof. Dr. C. Schwarzenegger, Dr. P. Manzoni, lic. phil. David Studer, MLaw Catia Leanza

In der Schweiz fehlen repräsentative Studien, die auf differenzierte Art und Weise die Einstellung der Bevölkerung zur Sterbehilfe und Suizidbeihilfe abbilden und analysieren. Dazu werden zwei repräsentative Umfragen durchgeführt. Mittels eines differenzierten telefonischen Interviews soll erstens die Zustimmung der Wohnbevölkerung zu verschiedenen Formen der Sterbehilfe (aktiv, indirekt aktiv und passiv) und der Suizidbeihilfe in Abhängigkeit von verschiedenen klinischen Handlungskontexten und Merkmalen von Patienten erfasst werden. Zweitens wird mittels desselben Fragebogens in einer schriftlichen Befragung erhoben, welche Einstellungen zu diesen end-of-life-Entscheidungen unter Praktikern der Justiz und der Medizin bestehen. In der Diskussion über die juristischen und praktischen Grenzen der Sterbehilfe und Suizidbeihilfe sind diese Berufsgruppen sehr einflussreich. Das Projekt ermöglicht, Einstellungsunterschiede festzustellen und deren Ursachen zu analysieren. Noch immer ist wenig bekannt, welches die Gründe für eine zustimmende oder ablehnende Einstellung gegenüber Sterbehilfeformen sind. Die geplante Studie will hier – theoriegeleitet, aber durchaus auch in explorativer Absicht – Zusammenhänge mit grundlegenden Wertorientierungen und allgemeinen gesellschaftlichen und individuellen Einstellungen überprüfen. Als einflussreiche Einstellungskomponenten werden Religiosität, gesellschaftliche Liberalität, Ängste vor Abhängigkeit und Kontrollverlust sowie Vorstellungen über das Mass der individuellen Autonomie bzw. der Selbstbestimmtheit menschlicher Existenz berücksichtigt. Ebenso wird untersucht, ob soziodemografische Faktoren wie Bildungsniveau, Einkommen, Alter, ethnische Zugehörigkeit zu erkennbaren Einstellungsdifferenzen führen. Vorgesehen ist eine national repräsentative telefonische Befragungen von rund 1500 Personen aus der Schweizerischen Wohnbevölkerung sowie zwei national repräsentative schriftliche Befragungen von 2000 aktiv tätigen Personen aus der Justiz (Richter/innen, Staatsanwälte/-innen, Rechtsanwälte/-innen) einerseits und praktizierenden Mediziner/innen aus elf verschie-denen Spezialgebieten andererseits. Die Stichprobenziehung erfolgt über Verzeichnisse von Berufsverbänden.

Keywords: Assisted suicide, euthanasia, attitudes, population survey, physicians, lawyers

Unterstützt durch: Schweizerischer Nationalfonds (SNF) AVINA Stiftung

Projektdauer: Jan 2010 to Dez 2012

Jugend und Gewalt: Machbarkeitsstudie zu einer nationalen Dunkelfeldbefragung

Prof. Christian Schwarzenegger, Dr. Patrik Manzoni

In den letzten Jahren ist in der Schweiz eine steigende Anzahl Jugendlicher festzustellen, die wegen eines Gewaltdelikts polizeilich registriert oder deswegen verurteilt wurden. Diese Entwicklung im Hellfeld muss aber nicht zwingend die Entwicklung im Dunkelfeld, d.h. das reale Gewaltgeschehen von jungen Personen, wiederspiegeln. Zur genaueren Einschätzung der Entwicklung im Hellfeld wäre deshalb eine Dunkelfeldbefragung nötig. Zum heutigen Zeitpunkt besteht aber keine systematische schweizweite Erhebung, die das Ausmass an ju-gendlichem Gewaltverhalten verlässlich einzuschätzen wüsste und problematische Trends aufzuzeigen vermag, zu denen Massnahmen ergriffen würde. In dieser Machbarkeitsstudie werden verschiedene Möglichkeiten zur Konzeption einer re-gelmässig stattfindenden, nationalen Dunkelfeldbefragung (self-report survey) aufgezeigt und wie der Erkenntnisgewinn im Verhältnis zu den Kosten eines solchen Unterfangens steht. Hierzu wird neben einer Literaturübersicht eine Expertenbefragung von nationalen und euro-päischen Experten auf diesem Gebiet durchgeführt. This feasibility study explores different conceptualisations for a repeated national self-report survey of violence among youth and young adults. Possible concepts are developed by means of a literature review and consulting Swiss and European experts. Additionally, expected benefits will be compared with the costs incurred by different concepts.

Keywords: Violence, youth, juveniles, self-report survey, feasibility study

Unterstützt durch: Bundesamt für Sozialversicherung (BSV)

Projektdauer: Jan 2010 to Nov 2010

Berichte folgen in Kürze

Cybercrime an information security in a European perspective - The emmergence of EU criminal law and the implementations for national legislation and the IT industry with particular focus on Switzerland

Prof. Dr. Ch. Schwarzenegger, Sarah Summers LLB (Hons.)

Criminal law can no longer be neatly categorised as the product and responsibility of domestic law. That this is true is emphasised by the ever increasing amount of legislation stemming from the European Union (EU) which either directly or indirectly impacts on the criminal law. Much of the regulation adopted has particular relevance in the field of information technology (which encompasses both the internet and other means of communication) as the advances in information an communications pollibilites have not only opened up new avenues for businesses and individuals but also for those involved in the commission crime.

The 18 month project will involve the production of a research report which will focus on a dermination of the current and probable future influence of EU criminal law on Swiss law with special reference to the particular field of information technology, encompassing internet criminality and criminal matters relating to other mechanisms of communications technology. The first part will contain an examination of the nature of the legislation affecting criminal law on the EU level and an analysis of why the responsibility for producing criminal legislation has passed to the EU. The second section will comprise an in depth survey of the provisions affecting IT law to establish how the decisions and directives have been implemented and if and how states have deviated from the laws. On the basis of these findings the success of the harmonisation project will be evaluated and the implications for Switzerland will be assessed. The report will conclude with a theoretical evaluation of EU criminal law and will set out a "priority list" of legislative steps to be considered in Switzerland in response to the challenges emanating from the EU in this area.

Duration of Project: Okt. 2004 - Dez. 2012

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