17.03.2008
Symposium
Leitendes Interesse
Wie teilen Forschende ihr Wissen zwischen verschiedenen universitären Disziplinen und zwischen globalen Kulturen? Das Symposium ist darauf angelegt, dialogisch zu diesen Fragen Brücken zu schlagen. Es richtet sich an ein akademisches Publikum und eine interessierte Öffentlichkeit.
Disziplinen und Grenzen des Wissens
Universitäres Wissen ist geteiltes Wissen. Es gibt keine Einheitswissenschaft, die universitäre Erkenntnisse in ihrer Gesamtheit umfasst. Die Gegenstände wissenschaftlicher Betrachtung sind mitbestimmt durch die Betrachtungsweise der jeweiligen Disziplin: durch ihr leitendes Interesse, ihren methodischen Zugang, ihre Sprache und Geschichte. Dass disziplinäre Erkenntnisse Bestandteil universitären Wissens werden, bedingt Mitteilung und dialogische Beteiligung – auch und gerade über die Grenzen der Disziplinen hinweg.
- Wissenschaften erforschen Wissen in der Geschichtswissenschaft, in der Linguistik, in der Verhaltensbiologie in der Geschichtswissenschaft, in der Linguistik, in der Verhaltensbiologie
- Schranken und Grenzen des Wissens aus der Perspektive der Philosophie, der Verhaltensneurologie, der Theologie
Kulturen und Kontexte des Wissens
Wissen entsteht in verschiedenen gesellschaftlichen und kulturellen Kontexten. Dementsprechend gibt es unterschiedliche Konzepte von Wissen – universitäres Wissen ist eines davon. Es gehört zur Reflexivität der Universität, dass sie ihr wissenschaftliches Wissen in ein dialogisches Verhältnis setzt zu andern Konzeptionen und zu anderen Kulturen des Wissens.
Wissen als kulturspezifischer Begriff: Asien und Europa
Wissen zu teilen kann dadurch erschwert werden, dass die Beteiligten unter Wissen Verschiedenes verstehen. Nicht nur die Inhalte, auch die Begriffe des Wissens sind in verschiedenen Kulturen spezifisch und also unterschiedlich geprägt. Exemplarisch betrachtet wird dies an den grossen Kulturräumen Asiens – Chinas, Indiens, der islamischen Welt –, deren Wissensbegriffe die jeweiligen sozialen, kulturellen und religiösen Bedingungen reflektieren. Im Vergleich mit der europäischen Tradition soll verständlich werden, wie sehr unsere eigene Vorstellung von Wissen kulturell bedingt ist.
Wissen in Relation und Kooperation: Afrika und Europa
Im Hinblick auf partnerschaftliche Kooperationen mit afrikanischen Universitäten in Rwanda und Uganda wird auf der Basis konkreter
Projekte über Probleme und Strategien der Forschungszusammenarbeit nachgedacht. Zu fragen ist, mit welcher Motivation und mit welchen Erwartungen die beteiligten Partner Kooperationen eingehen und wie sie Ziele und Kriterien einer nachhaltigen, partnerschaftlichen Entwicklung verstehen. Auch gilt es zu überlegen, was die beteiligten Partner aus den gemeinsamen Erfahrungen für die wissenschaftliche Arbeit in ihren je eigenen Kontexten lernen können.
Dialogisch Brücken schlagen: Einsichten und Aussichten
Entsprechend dem leitenden Interesse des Symposium werden
zum Schluss Einsichten und Aussichten reflektiert, die sich aus den interdisziplinären Dialogen ergeben.
Wissenschaftliche Spurgruppe
Alexander Borbély (Pharmakologie), Beatrice Brunner (Anglistik), Ulrich Hübscher (Veterinärbiochemie), Markus Huppenbauer (Ethik), Stefanie Kahmen (Ökologie), Barbara König (Verhaltensbiologie), Heini Murer (Physiologie), Ulrich Rudolph (Islamwissenschaft), Hans-Ulrich Rüegger (Germanistik und Theologie), Katia Saporiti (Philosophie), Marcel Senn (Rechtsgeschichte und -philosophie), Felix Sennhauser (Pädiatrie), Rudolf Volkart (Betriebswirtschaft)
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