Vorlesung zur Rechtsgeschichte I
Rechtsgelehrte verstehen den Text nicht und sind ebenso entsetzt wie sprachlos, Holzschnitt von 1538, Hans Burgkmair, d.J. zugeschrieben. Dazu: Marcel Senn, Recht, Sprache und Geschichte, oder die Massgeblichkeit der Hermeneutik im Recht (erscheint im ARSP BH 2009) sowie: Die Bewegungsfähigkeit des Interpreten. Ein Beitrag zur kulturwissenschaftlichen Pädagogik der Textinterpretation in der Rechtsgeschichte, in: Genese und Grenze der Lesbarkeit, hrsg. v. Philipp Stoellger, Würzburg: Verlag Königshausen & Neumann, 2007, S. 75–93.
Im Rahmen des Moduls werden Kenntnisse über die historischen Grundlagen der modernen Rechtsordnung vermittelt und auf der Grundlage von Textinterpretationen vertieft. Im Zentrum der Betrachtung stehen dabei auch die Verflechtungen des Rechts mit Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur. Der zeitliche Rahmen des Moduls reicht von der Spätantike (ab 4. Jahrhundert) bis ins 20. Jahrhundert, wobei auf die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem Gestern und dem Heute grossen Wert gelegt wird.
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Herbstsemester 2010 |
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Mittwoch, 10:15–12:00 Uhr in den Räumen HAH-E-11 / HAH-E-3 / HAH-F-1 |
Lehrveranstaltungsinhalt
Die Veranstaltung umfasst folgende Themenkreise:
- Stammesrechte im Übergang zwischen Spätantike und Mittelalter;
- Kirche und weltliche Herrschaft: Zwischen Reichskirche und Investiturstreit;
- Grundherrschaft; Reich und Landesherren;
- Stadt und Wirtschaftsrecht;
- Die Entstehung der Universitäten und der europäischen Rechtswissenschaft;
- Humanismus und usus modernus;
- Territorialstaat und Absolutismus; Naturrecht, Vernunftrecht und Kodifikationen;
- Die Historische Rechtsschule und Rechtspositivismus;
- Rechtsbildung im Spannungsfeld von Industrialisierung und Nationalstaatsbildung;
- Recht und Unrecht im 20. Jahrhundert.
Literaturangaben
- Marcel Senn/Lukas Gschwend/René Pahud de Mortanges, Rechtsgeschichte auf kulturgeschichtlicher Grundlage, Zürich/Basel/Genf: 3. A. 2009
- Marcel Senn/Andreas Thier, Rechtsgeschichte III – Textinterpretationen, Zürich/Basel/Genf: 2005
- Ulrich Eisenhardt, Deutsche Rechtsgeschichte, München: 5. A. 2008
- Karl Kroeschell, Deutsche Rechtsgeschichte, 3 Bde, Opladen: 2005–2008
- Hans Schlosser, Grundzüge der Neueren Privatrechtsgeschichte, Heidelberg: 10. A. 2005
- Dietmar Willoweit, Deutsche Verfassungeschichte, München: 6. A. 2009
- Hinrich Rüping/Günter Jerouschek, Grundriss der Strafrechtsgeschichte, München: 5. A. 2007
- Wolfgang Sellert/Hinrich Rüping, Studien- und Quellenbuch zur Geschichte der deutschen Strafrechtspflege, 2 Bde., Aalen: 1989–1994
Pflichtlektüre
Folgendes Buch dient als Grundlage für die Vorbereitung auf die Vorlesungen sowie für die Prüfungsvorbereitung:
- Marcel Senn/Lukas Gschwend/René Pahud de Mortanges, Rechtsgeschichte auf kulturgeschichtlicher Grundlage, Zürich/Basel/Genf: 3. Aufl. 2009
Da dieses Buch vom Verlag bereits als kostengünstiges Studienbuch konzipiert wurde, werden für diesen Titel keine Hörerscheine abgegeben.
Weitere Hinweise werden im Rahmen der Modulveranstaltung gegeben und zusätzliche Materialien werden online zur Verfügung gestellt.
Unterrichtsmaterialien
Sie werden höflich gebeten, die Folien zu den Vorlesungen jeweils auszudrucken und in die Veranstaltung mitzubringen.
Die Folien zur Vorlesung «Rechtsgeschichte I» können auch als Folienbuch im Studentenladen Zentrum der ZSUZ bezogen werden (Skript Nr. 714).

