Rechtsgeschichte
Nach alter Prüfungsordung Liz II
Prof. Dr. Marcel Senn
Nach alter Prüfungsordung Liz II
A. Prüfungsstoff
I. Lehrveranstaltungen
II. Literaturempfehlungen
B. Zur Textexegese
C. Wichtige Hinweise
A. Prüfungsstoff
I. Lehrveranstaltungen
Rechtsgeschichte I
Rechtsgeschichte II
Übungen zur Rechtsgeschichte
1. Mündliche Prüfungen
Die mündliche Prüfung besteht aus einer Textinterpretation, zu deren Vorbereitung etwa 15 Minuten zur Verfügung stehen. Zur Methode der Interpretation: vgl. die Ausführungen weiter unten sowie insbesondere
im Lehrbuch Grundriss zur Rechtsgeschichte, 4. A., 2007, S. 9–17 bzw. zur Juristischen Zeitgeschichte,
S. 16–19. Der Prüfungsstoff entspricht bei beiden Examinatoren dem Vorlesungsstoff der Rechtsgeschichte I und II des Lizentiatsstudienganges auf der Grundlage der «Rechtsgeschichte – ein kulturhistorischer Grundriss», (4. A., 2007) und der Kapitel 1 bis 5 der «Juristischen Zeitgeschichte» (3. A., 2010) von Marcel Senn und Lukas Gschwend sowie der «Rechtsgeschichte III – Textinterpretationen» von Marcel Senn und Andreas Thier, einschliesslich der Vorlesungsmaterialien von Prof. Andreas Thier ab SS 2004.
Bitte bringen Sie keine Mäntel, Jacken, Taschen etc. zur mündlichen Prüfung mit, sondern deponieren Sie
diese z. B. in einem Kästchen der RWI-Bibliothek. Schreibzeug und Notizpapier werden Ihnen am Lehrstuhl
zur Verfügung gestellt.
2. Schriftliche Prüfungen
Die schriftliche Prüfung besteht in einer Textexegese zur allgemeinen Rechtsgeschichte mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad im Rahmen eines Schwerpunktthemas (siehe nachfolgende Wahlmöglichkeiten). Die Kandidatinnen und Kandidaten haben die freie Wahl zwischen den Examinatoren.
Der Prüfungsstoff umfasst
bei Prof. Andreas Thier
- Kirchliche Rechtsgeschichte oder
- Privatrechtsgeschichte oder
- Strafrechtsgeschichte.
bei Prof. Senn
- Kulturrechtsgeschichte (Lehrbuch I) oder
- Alte Verfassungsgeschichte der eidgenössischen Stände oder
- Juristische Zeitgeschichte (Lehrbuch II).
Die Wahl des Teilgebietes ist bei der Anmeldung zur Prüfung verbindlich zu erklären.
II. Literaturempfehlungen
Weitere Literatur gemäss Angaben in den Vorlesungen und Büchern der Examinatoren.
1. Lehrmittel
- Marcel Senn, Rechtsgeschichte – ein kulturhistorischer Grundriss. Zürich, 4. A. 2007.
- Marcel Senn/Lukas Gschwend, Rechtsgeschichte II – Juristischen Zeitgeschichte,
Zürich /Basel/Genf, 3. A. 2010. - Marcel Senn, Andreas Thier, Rechtsgeschichte III – Textinterpretationen, 2005.
2. Weitere Lehrmittel
- Ulrich Eisenhardt, Deutsche Rechtsgeschichte. München, 5. A. 2008.
- Karl Kroeschell, Deutsche Rechtsgeschichte, 3 Bde. Opladen, 2005–2008.
- Karl S. Bader/Gerhard Dilcher, Deutsche Rechtsgeschichte. Land und Staat – Bürger und Bauern
im alten Europa, 1999. - Dietmar Willoweit, Deutsche Verfassunsgeschichte. München, 6. A. 2009.
- Hans Conrad Peyer, Verfassungsgeschichte der alten Schweiz. Zürich, 1978/80.
- Michael Stolleis, Geschichte des öffentlichen Rechts in Deutschland, 2 Bde. München, 1988/1992.
- Hans Schlosser, Grundzüge der Neueren Privatrechtsgeschichte. Heidelberg, 10. A. 2005.
- Franz Wieacker, Privatrechtsgeschichte der Neuzeit. Göttingen, 2. A. 1967/1996 (unveränderter ND der 2. A.).
- Gerd Kleinheyer/Jan Schröder, Deutsche und europäische Juristen aus neun Jahrhunderten:
eine biographische Einführung in die Geschichte der Rechtswissenschaft. Heidelberg, 4. A. 1996. - Eberhard Schmidt, Einführung in die Geschichte der deutschen Strafrechtspflege. Göttingen, 3. A. 1983 (ND 1995).
- Wolfgang Sellert/Hinrich Rüping, Studien- und Quellenbuch zur Geschichte der deutschen Strafrechtspflege, 2 Bde. Aalen, 1989/1994.
- Hinrich Rüping/Günter Jerouschek, Grundriss der Strafrechtsgeschichte, 5. A. 2007.
- Hans Welzel, Naturrecht und materiale Gerechtigkeit, Göttingen, 4. A. 1962 (ND 1990).
- Hans Erich Feine, Kirchliche Rechtsgeschichte, 5. A. 1972.
3. Nachschlagewerke
- dtv-Atlas: Weltgeschichte, Bd. 1–2, 39. A., 2007.
- Handwörterbuch zur Deutschen Rechtsgeschichte (HRG), hrsg. v. A. Erler/E. Kaufmann, 5 Bde. Berlin, 1971–1998; 2.A. 2004 ff. (im Erscheinen); 1. Lieferung Aachen – Anarchismus.
B. Zur Textexegese
Sie erhalten an der Prüfung den Text ohne Angaben zu Autorschaft und Entstehungszeit. Dessen inhaltliche Aussagen ermöglichen es Ihnen jedoch, den Text aufgrund Ihrer Kenntnisse historisch einzuordnen. Sie gehen wie bei einer «Fall»-Lösung beispielsweise im Obligationen- oder Strafrecht vor, indem Sie verschiedene Annahmen prüfen. Entscheidend ist Ihre historisch plausible Begründung, weshalb Sie den Text so und nicht anders einordnen sowie Ihre rechtshistorische Auseinandersetzung mit den sachlichen Aussagen eines Textes.
Anweisung
- Kurze Zusammenfassung
- Sachliche Aussagen (Analyse der Hauptaussagen des Texts)
- Ausführungen zu Textgattung, Autor, Adressat und Argumentation
- Historische Einordnung des Texts aufgrund typischer Aussagen, Begriffe oder Angaben
- Historischer Hintergrund (weitere Zusammenhänge, in denen der Text gemäss Ihrer Einordnung steht)
- Gegenwartsbezug (heutiger Standort, ungelöste Probleme, Differenzen zum Text)
Zur Einübung der Textexegese werden folgende Bücher empfohlen:
- Marcel Senn, Rechtsgeschichte – ein kulturhistorischer Grundriss. Zürich, 4. A. 2007, S. 9–17.
- Marcel Senn, Andreas Thier, Rechtsgeschichte III – Textinterpretationen, 2005.
C. Wichtige Hinweise
Sehr geehrte Kandidatinnen und Kandidaten des Lizentiates
Zwar sind die Prüfungsvorbereitungen klar definiert, doch muss ich seit geraumer Zeit mit Bedauern feststellen, dass nach Jahren erfolgreicher Lizentiatsprüfungen wesentliche Voraussetzungen offensichtlich als nicht mehr selbstverständlich gelten können.
Dazu gehören insbesondere, dass
- der vorgelegte Text methodisch interpretiert und nicht einfach anhand des Texts eine Geschichte erzählt wird;
- das Problemverständnis für Zusammenhänge und Unterscheidungen und nicht bloss tabellarisches Detailwissen vorhanden ist;
- die Grundlagenkenntnisse zumindest gemäss den drei Lehrbüchern von Senn, Gschwend und Thier – einschliesslich Andreas Thier, Rechtsgeschichtliches Online-Tutorium (Legal History Online), Link (mit Passwortabfrage) auf: www.rwi.uzh.ch/thier.html (Passwort wird in der Vorlesung bekanntgegeben) – bekannt und verstanden worden sind.
Ich wünsche Ihnen in dem Sinne guten Erfolg bei den mündlichen Lizentiats-Prüfungen.
Mit freundlichen Grüssen
Prof. Dr. Marcel Senn
