Rechtswissenschaftliches Institut – Dr. iur. Margot Michel

Kolloquium Tier und Recht

Die Beschäftigung der Rechtswissenschaft mit dem Tier – also mit den Berührungspunkten zwischen Tier und Recht bzw. mit dem vielfältigen und facettenreichen, teils widersprüchlichen, Umgang des Rechts mit Tieren – steht in Europa noch am Anfang, gewinnt aber an Bedeutung. Ein eigenes, zusammenhängendes Querschnittrechtsgebiet Tierrecht konnte sich bisher jedoch noch nicht wissenschaftlich etablieren, ganz im Unterschied zum US-amerikanischen Rechtsraum, wo sich die Beschäftigung mit Animal Law in den letzten zehn Jahren zu einem sehr lebendigen und innovativen Forschungsgebiet der Rechtswissenschaft entwickelt hat. Animal Law wird heute aber nicht nur an über 100 amerikanischen Rechtsfakultäten gelehrt, sondern auch in Brasilien, England und Australien.

Das regelmässig stattfindende Kolloquium „Tier und Recht“ will den wissenschaftlichen Diskurs zum Thema „Tier und Recht“ anregen und fördern. Das Recht weist in vielfältiger Weise Berührungspunkte mit Tieren auf: Neben dem klassischen Tierschutzrecht spielen tierrechtliche Fragestellungen beispielsweise auch in arbeitsrechtlichen, familienrechtlichen, forschungsrechtlichen, patentrechtlichen und verwaltungsrechtlichen Zusammenhängen eine Rolle. Grundlegende rechtstheoretische Fragen zu einer möglichen oder sogar gebotenen Integration des Tieres als Subjekt in das Rechtssystem werden sodann durch das verfassungsrechtlich verankerte Konzept der Tierwürde sowie rechtsphilosophische und -ethische Ansätze aufgeworfen, die ebenfalls zur Diskussion gestellt werden.

Ziel des Kolloquiums ist es, einen Einblick in dieses zukunftsträchtige Rechtsgebiet zu ermöglichen und einen wissenschaftlichen Diskurs zum Thema „Tier und Recht“ anzustossen. Ferner bietet es die Möglichkeit zur Weiterbildung, zur Diskussion der verschiedensten Ansätze sowie zur Vernetzung.

Schweizer Tierschutzstrafrecht in Theorie und Praxis

Referat von Dr. Gieri Bolliger mit ansclhliessender Diskussion
16. Februar 2012, 18.30 Uhr
Universität Zürich, Rechtswissenschaftliches Institut, Rämisstrasse 74, Stock H, Raum 107

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